Premier League, 5. Spieltag
Liverpool (1.): 433, Adrián; Alexander-Arnold,
Matip, van Dijk, Robertson; Oxlade-Chamberlain (75. Milner), Fabinho, Wijnaldum
(84. Shaqiri); Salah, Mané, Origi (37. Firmino); Trainer: Jürgen Klopp
Newcastle (14.): 541; Dubravka;
Krafth (67. Javi Manquillo), Schär (80. Fernandez), Lascelles, Dummett,
Willems; Almiron (67. Muto), Hayden, Shelvey, Atsu; Joelinton; Trainer: Steve
Bruce
Tore: 0:1
Willems (7.), 1:1 Mané (28.), 2:1 Mané (40.), 3:1 Salah (72.)
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Der ungeschlagene Tabellenführer empfing ein Newcastle mit erst einem
Saisonsieg – diesen aber auswärts bei Tottenham. Und die Magpies schockten die
Hausherren mit der schnellen Führung nach nur wenigen Minuten. Bereits in der
Anfangsphase zeigten die Gäste worauf sie in Defensive und Offensive besonderen Wert legen würden. Defensiv war es ein zynisches Auftreten mit einer
Fünferkette am eigenen Strafraum, vor der sich wiederum eine aggressive
Viererkette aufstellte. Selbst Speerspitze Joelinton – ja, der Joelinton, der vor
eineinhalb Jahren noch in der österreichischen Bundesliga spielte – hielt sich
die meiste Zeit in der eigenen Spielfeldhälfte auf. Mit dieser kompakten Formation
verengten die Gäste den Raum 30 Meter vor ihrem Tor bis aufs Maximum. Liverpool
versuchte diesen doppelten Abwehrriegel über die Flügel zu knacken, Newcastle
zeigte aber nicht nur Kompaktheit, die Gäste machten
auch auf den Liverpooler Ballführenden an den Seitenlinien massiv Druck, und das im
Mannschaftsverbund. Mit dieser ultradefensiven, aber aggressiven Variante zog
Trainer Steve Bruce den Reds den Zahn – zumindest in der ersten halben Stunde.
Das Abwehrbollwerk von Newcastle und das aggressive Pressing im letzten Drittel. Hier attackiert Linksverteidiger Willems aus der Formation. Liverpool bleibt nur der Querpass zurück in die Mitte.
Offensiv machte sich Newcastle besonders den Raum hinter der Abwehr mit
hohen Diagonalbällen zu Nutze. So wie auch beim Führungstreffer in der 7.
Minute. Während sich die Gäste rechts hinten den Ball zu spielen, verschiebt die
gesamte Liverpool-Mannschaft ballorientiert, wodurch selbst Rechtsverteidiger
Alexander-Arnold in der Mitte des Spielfeldes steht. Joelinton, auf Höhe der Verteidigung,
lässt sich einige Meter ins Mittelfeld fallen um für einen Pass aus dem
Spielaufbau anspielbereit zu sein und lockt so Innenverteidiger Matip aus der
Formation, während der flinke Atsu genau diesen Raum besetzt. Der hohe
lange Ball erreicht den Ghanaer, der von seinem Linksverteidiger Willems Unterstützung
erhält. Der Niederländer vollendet schließlich technisch hochwertig. Dieses
Muster wird sich im Laufe der ersten Halbzeit noch einige Male wiederholen:
Liverpool verschiebt ballorientiert, wodurch der ballferne
Außenverteidiger im Spielfeldzentrum steht. Newcastles Solospitze Joelinton kippt ballfern ab und wird vom jeweiligen ballfernen Flügelspieler
Atsu oder Almiron unterstützt. Nachdem der lange Diagonalball in den Rücken der
Abwehr kommt, finden die Magpies ein ums andere Mal eine 2:2-Situation am
gegnerischen Strafraum vor, die bei technisch höherwertigen Spielern wohl zu
mehr als nur einem Tor geführt hätten.
Ein typischer Newcastle-Angriff: Langer Diagonalball hinter die Abwehr, wo sich Joelinton und Atsu für eine 2:2-Situation gegen Matip und Alexander-Arnold in Stellung gebracht haben.
Dass dieser Sieg weniger eine taktische, als technische Meisterleistung der
Reds war, zeigten die Tore 1 und 3. Um solch tiefstehende Defensivreihen zu
überwinden, bedarf es vor allem Tempo. Beim Ausgleich war besonders die von
Robertson offene Ballmitnahme in Full-speed entscheidend, mit der er seinen
Gegenspieler überwand. Beim Schlusstreffer wiederum der brutale Antritt von
Salah – und natürlich Firmino!

